JP Directors Report

Renaissance des guten Stils

 
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Renaissance des guten Stils

Sehr geehrte Damen und Herren,

Heinz Jäger ein Treffen mit Freunden und Kollegen ist gerade in den jetzt wo die Tage länger und sonniger werden eine angenehme Sache. So war ich vor einigen Tagen mit einem ehemaligen Kollegen zum abendlichen Treffen beim Italiener im Frankfurter Westend verabredet. Im Verlauf des Abends tauschten wir uns unter anderem über den Beruf aus und so berichtete der Kollege, heute Geschäftsführer eines mittelständischen Nahrungsmittelherstellers, über ein Erlebnis der vergangenen Woche:

Besagter Geschäftsführer war zum Meeting mit einem möglichen neuen Geschäftspartner aus der Region verabredet. Zugegeben, Freitag, früher Nachmittag ist nicht unbedingt eine ideale Zeit, um sich in den alltäglichen Wahnsinn auf deutschen Autobahnen zu stürzen. So war der vorsorglich eingerechnete Zeitpuffer schnell aufgezehrt und es folgte der Griff zum Mobiltelefon, um dem Gesprächspartner vorsorglich Verspätung anzukündigen. Der folgende Anruf brachte die wohl durch den zähen Verkehr ohnehin bereits stark beanspruchte Laune allerdings auf den sprichwörtlichen Nullpunkt. Von der anderen Seite des Telefons war zu vernehmen, dass man kurzfristig verhindert sei und den Termin nicht wahrnehmen kann. Sofern man aus dieser Situation überhaupt etwas Positives abgewinnen kann - ohne den vorsorglichen Anruf des Kollegen hätte es wohl weitere Stunden gedauert, um letztlich festzustellen, dass man bereits „kalt“ versetzt wurde und ein halber Arbeitstag schlicht „für die Katz“ war!

Sicherlich ein sehr plakatives und extremes Beispiel, steht es aber stellvertretend für eine schleichende Entwicklung des sukzessiven Verfalls von Umgangsformen und Stil. Es ist eigentlich erschreckend, dass sich heutzutage mancher Zeitgenosse nahezu keine größeren Gedanken mehr macht, wenn zugesagte Rückrufe nicht erfolgen oder Terminzusagen nicht eingehalten werden, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Ein weiteres Beispiel: Die Kommunikation via E-mail gehört zweifelsohne zu einer wichtigen technischen Errungenschaft unserer Zeit. Andererseits leistet sie damit unbewusst einem Umgang Vorschub, in dem Förmlichkeiten, Anreden, Grußformeln und vollständige Sätze zum lästigen Beiwerk verkommen - spätestens seit Antworten auf Tablet und Smartphone zusammengetatscht werden.

Es lässt sich nicht wegdiskutieren, die Sitten sind roher geworden. Freundlichkeit und Höflichkeit verursacht heute beim Gegenüber beinahe schon Misstrauen oder wird als Zeichen von Schwäche gewertet.

Auch in den Unternehmen ist der Ton härter geworden. Selbst in Firmen, in denen man das an sich freundschaftliche „Du“ pflegt, wird mit verbaler Ungehobeltheit beinahe schon kokettiert. Wer sich Unverschämtheiten leisten kann, hat es ja schließlich zu etwas gebracht?!

Es scheint so zu sein, als ob im Berufsleben häufig nur noch zwischen Menschen unterschieden wird, die einem „nützen“ und Menschen, die einem eben „nicht nützen“. Demzufolge ist der Umgang - freundlich oder barsch.

Werden in diesem Zusammenhang die Abhandlungen über Unternehmensethik nicht zur Karikatur? Entwickeln wir uns zu einer Gesellschaft der frustrierten Egoisten, die nur darauf warten, im vermeintlichen Moment der Oberhand den Gegenüber auch einmal demütigen zu können?

Wirtschaftswissenschaften werden bekanntermaßen den Sozialwissenschaften im weiteren Sinne zugeordnet - in letzter Konsequenz sprechen wir also vom Umgang von Mensch zu Mensch. Vielleicht liegt auch hier der Ansatz, um im Kleinen diesem Trend entgegen zu wirken. Als Unternehmer liegt es auch an uns, mit gutem Beispiel voranzugehen - ein „Miteinander“ für (auch langfristig) erfolgreiche Geschäfte zu pflegen.

Freuen wir uns auf eine Renaissance des guten Stils!

Herzlichst

Ihr

Heinz Jäger
Heinz Jäger


Reporting
Transparenz tut Not!


Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine etablierte Planung – und keiner richtet sich danach! So wie bei Berthold Brecht und dem Krieg. In der Tat, unvorstellbar! Soll heißen, wir sind uns einig, dass es ein Rückäußerungsinstrument geben muss. Darüber soll im Folgenden geredet werden.

So weit die Füße tragen

Caesar schritt die Truppen ab. So wirkt Ihr morgendlicher Rundgang fünf nach neun, gerade nach Beginn der Kernzeit. Sie werden gesehen, jeder nickt Ihnen Ehr erbietend zu. Natürlich derjenige nicht, der erst um zehn nach neun kommt. Was Sie natürlich mit Ihren Augenwinkeln registrieren. Jeder weiß das. Also wird Herr Maier, nennen wir ihn mal so, zukünftig pünktlicher sein oder Ihnen sehr persönlich seine triftige Erklärung von wegen Arztbesuch darlegen.

Zu diesem unter das Volk mischen gibt es keinen Ersatz. Sicher, der Kaffee wird kalt. Egal, der kann auch noch eine Viertelstunde später gebrüht werden.

Die nächste körperliche Betätigung ist zehn nach eins, wenn die Fertigung wieder die Maschinen angeschaltet hat. Steht eine, spricht dieses für Blockaden in der Materialanlieferung. Sie wissen es, lange bevor am nächsten Tag der Produktionsbericht für Linie 3 die Ausfälle signalisiert. Und Sie werden auch dort gesehen, wo man sich vor Lärm nur zunicken kann. Der Maschinenbediener nickt gerne, sieht er sich doch gesehen.

Der letzte Rundgang, um sechs, geht ins Lager. Sie sehen, dass Überstunden gemacht werden, um den vorletzten LKW noch raus zu kriegen. Denn der Kunde braucht morgen früh die Ware.

Das Wichtigste aber ist Ihre körperliche Fitness. Besser als auf dem Golfplatz. Sie sehen alles mit eigenen Augen. Keiner braucht Ihnen etwas zu erklären. Die Szenen sprechen für sich. Und Sie werden gesehen, das motiviert alle, die Sie sehen.

Sie meinen, wir reden über das neunzehnte Jahrhundert? Keineswegs. Dies ist realtime. Hierfür gibt es keinen Ersatz. Besser als eine Videokonferenz.

Aber: Dies gilt nur, wo Sie sind. Sie können jedoch nicht überall sein!

Berichtspflicht bringt Disziplin

Überall, wo Sie nicht persönlich sein können, gelte der Bericht. Dahinter steht keineswegs Administration, lästige Pflicht. Sondern die Kommunikation zwischen berichtendem und empfangendem Vorgesetzten. Ersterer wird gezwungen, über sein Tun, den Erfolg nachzudenken, das Erlebte in Worte zu fassen. Und Letzterer weiß wegen der Verteilerliste, dass er mit der gelieferten Information sachgerecht umgehen muss. Jeder muss sich verantworten können.

Der Berichtende kann das Vordergründige weitermelden, damit es auch an entferntem Platze wahrgenommen wird, und er weiß, dass auf ihn geachtet wird. Sie stehen nur klein im Verteiler, aber wissen es auch, sofort, unmittelbar, ungefiltert, ohne korrigierenden Kommentar der Vorgesetzten. Der Berichtspflichtige weiß, dass er sich nicht dem Gesehenen hingeben kann, er muss darüber reden, muss über Besonderheiten Worte verlieren, Rechenschaft geben. Dies beeinflusst sein Verhalten schon beim Geschehen. Wir alle profitieren davon.

Keine Statistik, sondern Gestaltung der Zukunft

Damit kein Missverständnis entsteht: Es geht nicht um das Erstellen von Zahlensalat, den man nur mit Anleitung entwirren kann. Selbstverständlich wird der Vorteil der Zahl benutzt, ein Ereignis darzustellen, die Skalenabstände sichtbar zu machen. Die Statistik interessiert aber nur am Rande. Wichtiger als ein Blick in Gewesenes ist, ein Gefühl für die Auswirkung von Abweichungen zu bekommen, entstanden aus welchem Grund immer. Dann kann der Berichtsempfänger seiner vornehmsten Aufgabe nachgehen: Gegensteuern, damit das befürchtete Resultat am Ende der Aktivitätenkette so nicht eintritt, sondern noch aufgefangen werden kann. Gelingt dies, hat sich der Bericht gelohnt. Damit wird offenkundig: Die Zahl ist ein konkurrenzlos kurzer und effektiver Informant, aber sie kann das wertende Wort nicht ersetzen.

Soll-Ist-Vergleich macht Planung lebbar

Um die Zahl als Informant erlebbar und lesbar zu machen bedarf es einer Maßgröße. In einer nach Zielen arbeitenden Gesellschaft ist der Plan das wichtigste Ziel. Wird das Ist-Ereignis in gleichem Format wie der Plan wiedergegeben und die Planzahl dazu noch als Referenz gezeigt, wird der Zielerreichungsgrad unmittelbar angegeben. Dann geht die Neugierde des Lesenden sofort zu der vorgesehen Maßnahme, um die eingetretenen Ist-Abläufe morgen so zu gestalten, dass das Ziel dennoch erreicht werden kann. Daraus folgt, dass es zu jeder Zahl einer Planung ein korrelierendes Ist-Erfassungsinstrument geben muss - und umgekehrt. Planung und Bericht folgen einander, bedingen einander. Ohne Planung kein Bericht, kein Soll-Ist-Vergleich; und ohne Bericht, ohne Statistik des letzten Jahres keine Planung des neuen Jahres.

Im Absatz beginnt es

Unter dem Rubrum Berichtswesen fallen jedem sofort die Finanzberichte am Ende einer Periode ein. Doch der Bedeutung und der Entstehung nachkommen diese als letztes. Denn wenn der Gewinn einer Periode auf dem Papier steht, ist die Periode längst Geschichte, kann nichts mehr beeinflusst werden.

Deswegen, bei den Absatzerwartungen, den Projekten, den Chancen, den "Prospects" beginnt es. Nur wenn dieser Bericht prall gefüllt ist und Neuzugänge zu letztem Monat aufweist, ist überhaupt ein wohlklingender Finanzbericht zu erwarten. Sind die "Prospects" in der Kiste, können die Verkaufsabschlüsse dargestellt werden. Danach käme die Produktion; und das Lager; und der Versand; und der Zahlungseingang! Der Blick auf die Wahrung der Liquidität, des Blutkreislaufes eines jeden Betriebes, verschafft Ihnen erst Ruhe für den Tag. Bis zum Nächsten. Sie sehen, der Monatsabschluss hat in diesem Kanon historischen Wert, ist das Kopfkissen. Immer wieder: Wichtiger sind die Möglichkeiten zur Gestaltung der Zukunft.

Das Berichtswesen hält die Organisation zusammen

Der Bericht ist kein Selbstzweck. Er muss den Empfangenden informieren, muss ihm die Handlungen anempfehlen, mit denen der Betrieb wieder zurück auf die Spur des Planes geführt werden kann. Je besser und instruktiver der Bericht, umso besser ist die Qualität dessen, der ihn verfasst. Damit erhalten Sie ein objektives, einem breiten Betrachterfeld dargebotenes Bild, aus dem sich ganz von selbst die nächsten Dekorationen, Beförderungen ergeben, woraus sich aber auch Sanktionen und Personalmaßnahmen ableiten lassen. Durch die Beschreibung eines Geschehens ruft der Bericht automatisch nach Handlungen, um die Qualität wieder hin zu Soll zu bringen.

Ausgewählte M&A-Opportunities

Unternehmenskauf
Verarbeiter von Fleisch und vegetarischen Convenience-Produkten gesucht

Starke Unternehmensgruppe der Lebensmittelindustrie sucht Hersteller in den Bereichen Fleischverarbeitung und vegetarischen Alternativen mit einem Mindestumsatz von 30 Mio. € in Europa zur Übernahme. Projekt 175399

 
Medizintechnik-Unternehmen zur Übernahme gesucht

Starke deutsche Unternehmensgruppe sucht Akquisitionsmöglichkeiten im Bereich Medizintechnik / medizinische Verbrauchsmaterialien für Reha und (Zahn-)Arztpraxen im deutschsprachigen Raum. Projekt 57391

 
Kosmetikproduzenten zur Übernahme gesucht

Führende europäische Unternehmensgruppe sucht zur Expansion Übernahmemöglichkeiten im Bereich Kosmetika und OTC-Pharma mit einem Jahresumsatz von mindestens 50 Mio. €. Projekt 62693

 
Hersteller im Automotive-Bereich gesucht

Internationaler Hersteller im Automotive-Sektor sucht zur Übernahme (geplantes Transaktionsvolumen 100 – 200 Mio. USD) zukunftsfähige Unternehmen im Bereich (a) von Fahrzeugelektronik, Mechatronik, Schaltungen und Sensoren, sowie (b) Plastikkleinteilen mit hoher Wertschöpfung. Projekt 175307

Hersteller im Automotive-Umfeld im Bereich Motorteile, Sensorik und Fahrzeugelektronik, Regelelemente, Pumpen und Heizelemente in Europa gesucht. Geplantes Transaktionsvolumen rund 40 Mio. €. Projekt 158591

 
Zementhersteller in Europa zur Übernahme gesucht

Starkes Unternehmen in der Baustoffbranche sucht Zementhersteller zur Übernahme in Europa. Mindestumsatzgröße 20 Mio. €. Projekt 174279

 
Fleischveredler in Europa zur Übernahme gesucht

Starke Unternehmensgruppe sucht Fleischveredler in attraktiven Nischen mit einem Umsatz von mindestens 15 Mio. € zur Übernahme. Projekt 172974

 
Akquisitionsmöglichkeiten im Bereich Pilze / Beeren gesucht

Führender europäischer Pilzverarbeiter sucht Akquisitions- und Kooperationsmöglichkeiten mit einem Mindestumsatz von 10 Mio. € im Bereich (gefrorener Pilze, aber auch Beeren) gesucht. Projekt 172218

 

Unternehmensverkauf
Führender eCommerce-Anbieter aus Südostasien sucht geeigneten Investor

Wachstumsstarker Anbieter von digitalen Marktplätzen, Payment-Lösungen und Tür-zu-Tür-Logistikunterstützung mit einem Umsatz von über 20 Mio. € in 2015 (+ 43 % zum Vorjahr) in Südostasien sucht einen Investor über ca. 18 Mio. € zur Erschließung des enormen Wachstumspotentials. Projekt 2606e

 
Führender Anbieter von Stromversorgungslösungen in Chile sucht strategischen Investor

Das Unternehmen erwirtschaftet bei einem Umsatz von knapp 20 Mio. € eine EBITDA-Marge von rund 8 % bei ca. 240 Mitarbeitern mit Lösungen zur Energieversorgung. Der Schwerpunkt liegt auf der Herstellung von Transformatoren (5 kVA bis 20.000 kVA bei bis zu 35 kV) und Projektierung der entsprechenden Einrichtungen. Projekt 175736

 
Biotechnologie-Werk zur Xanthan-Produktion in Brasilien zum Verkauf

Neue Fabrikanlage zur Produktion von etwa 2.700 t (leicht auf 5700 t erweiterbar) Xanthan p. a. steht zum Verkauf. Das Werk mit einer Größe von 3.431 m² auf insgesamt 40.000 m² Grund liegt dicht an der Rohstoffquelle in einem Zuckerrohrgebiet. Ursprünglich für die Verwendung in der petrochemischen Industrie mit einem Umsatzvolumen von zunächst 10 - 15 Mio. € geplant, kann auch für die Lebensmittelindustrie (sogar BIO zugelassen / E 415) produziert werden. Projekt 5766x

 

Die Erstellung

Standards, zumal Vergleiche mit Plandaten: Der Soll-Ist-Vergleich, müssen sich quasi als Abfallprodukt aus dem betrieblichen Rechnungswesen ergeben. Neuere Buchungssysteme, beispielhaft sei nur SAP genannt, lösen die Aufgabe fast automatisch. Aber sie ersetzen das geschriebene Wort nicht, die Wertung, die vorgeschlagenen Maßnahmen, das aufmerksam machen auf drohende Gefahren.

Unternehmen am Scheideweg

Großunternehmen haben ein in sich geschlossenes, funktionierendes Berichtswesen mit Planung, Soll-Ist-Vergleichen, Kommentaren, Warninstrumenten. Da sie zumeist Kapitalgesellschaften sind, müssen sie alleine schon wegen der Berichterstattung gegenüber dem Kapitalmarkt über die notwendige Transparenz nach innen verfügen. Anders sind sie nicht steuerbar. Das andere Extrem, Kleinunternehmen, brauchen zur Durchdringung kein Berichtswesen; der Mann an der Spitze hat alles im Blick, glaubt, alles im Griff zu haben. Mittelgroße Unternehmen sind diejenigen, denen unsere Sorge gilt. Diese haben nur zwei Möglichkeiten. Entweder sie entwickeln sich zum Großunternehmen, haben deren Systematik, etablieren Stück für Stück deren Managementstrukturen, was ein funktionierendes Berichtswesen einschließt, und können somit weiter wachsen. Oder sie weigern sich, diesen Weg zu gehen und solche Strukturen zu schaffen. Dann entwickeln sie sich unweigerlich zum eindimensionalen Kleinunternehmen zurück, wo wieder die Inaugenscheinnahme ausreicht. Wir hier kommen aus Groß-Unternehmen. Wir kennen deren Strukturen, wissen uns darin zu bewegen. Wir können Ihnen aus eigenem Erleben entwickeln, wie viel Systematik Sie zur Realisierung welchen Zieles brauchen. Testen Sie uns!

Autor: Dipl.-Kfm. Heinz Jäger, JP Jäger & Partner



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