JP Directors Report
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Erinnerungen (Editorial)Die Braut schmücken (I)
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Erinnerungen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Heinz Jäger ich erinnere mich an eine Zeit, in der die Uhren langsamer gingen, Telefone nur im Büro standen, die Sonn- und Feiertage geruhsamer verliefen. Damals sahen wir bei Zugfahrten noch aus dem Fenster, Computerbildschirme hatten wir keine. An meinem Arbeitsplatz hatte ich eine mechanische Rechenmaschine. Mein erstes Auto, ein gebrauchter VW Käfer, konnte ich noch selbst reparieren.

Es war eine Zeit, in der wir nicht alle privaten Angelegenheiten über Facebook in die Welt hinaus posaunten. Privates blieb meistens auch privat. In der Presse klangen die Berichte nicht gleichlautend. Die eigene Recherche und die Meinung waren den Journalisten wichtig. Unser Leben erschien uns unbekümmerter, schlichter und auch beständiger.

Viele Dinge waren für die Ewigkeit gemacht. Und vielleicht sehen Sie es noch vor Ihren Augen: Im Winter lag selbst hier im Rhein-Main-Gebiet noch monatelang Schnee. Als Kinder fuhren wir im Überschwemmungsbereich der Bäche Schlittschuhe. Der Main war fest zugefroren und in manchen Jahren standen Karussells und Bierzelte auf dem Main. Wir lasen noch Bücher statt Bestseller. Kopfrechnen war noch angesagt und Briefe wurden mit der Hand geschrieben. Wir spielten miteinander, statt am Computer, und die weite Welt war weiter weg als heute.

Oma erzählte mir aus ihrer Kindheit, von den Stockschlägen in der Schule, von der im 19. Jahrhundert üblichen Kinderarbeit, von den beiden Weltkriegen, von dem Schicksal der jüdischen Nachbarn, von den russischen Zwangsarbeitern. Mein Opa war früh verstorben, aber ich erinnere mich, wie er mich im Alter von 3 Jahren zum sonntäglichen Frühschoppen mitnahm. Ich war stolz wie ein König. Und vor allem sehe ich das Bild vor mir, wie Opa und Oma im Sommer nach getaner Arbeit jeden Abend auf der Bank vor dem Hoftor saßen und mit den Nachbarn und Passanten die Erlebnisse des Tages austauschten.

Es war, so scheint es, eine Zeit, in der es mehr Platz gab - für kleine Pausen, langsamere Schritte -, und Innehalten schien noch möglich. Gab es tatsächlich mehr Gemeinsamkeit statt dass wir uns dauernd gegenseitig überholen? Wie viele Jahre ist das her? Und wie konnte sich so viel so schnell verändern? „Das ist der Lauf der Welt“, sagt der, der seine Schritte stets beschleunigt. Dem lässt sich nichts entgegenhalten und niemand kann das stoppen. Im Leben führt nun mal kein Weg zurück. Diese Erkenntnis ist so schlicht wie wahr.

So manches - sagt man - verklärt wohl die Erinnerung. Dabei gibt es so vieles, das der eine oder andere vermisst. Und erstaunlicherweise sind es die alltäglichen Dinge, die einem am meisten fehlen. Vielleicht weil sie den Tagen Struktur und Orientierung gaben. Und wenn diese Dinge sich ändern oder den Wert verlieren, und dann stattdessen Neues auf den Plan tritt, fühlt sich das Leben einfach anders an. Ein Gedanke voller Wehmut, den eine französische Schriftstellerin sehr viel poetischer formulierte: „Man weiß selten, was Glück ist, aber man weiß meistens, was Glück war“.

War früher wirklich alles besser? Ganz sicher nicht. Aber vielleicht ein wenig unbeschwerter.

Herzlichst

Ihr

Heinz Jäger
Heinz Jäger


Die Braut schmücken (I)
Der Spin-Off als Vorphase des Unternehmensverkaufs


Mal Hand aufs Herz ... Würden Sie Ihr Unternehmen kaufen?

Zugegeben, die Fragestellung ist bewusst provokativ. In der Regel würde sie wohl auch nicht mit einem vorbehaltlosen "Ja" beantwortet werden. Dabei steht weniger die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zur Diskussion, vielmehr ist es die Vielzahl großer und kleiner „Besonderheiten“, die im Laufe der Jahre im Unternehmen Einzug gehalten haben.

Um es konkreter zu benennen, ein Beispiel, das für eine Vielzahl von Unternehmen stehen könnte:

Der Verfasser betreut derzeit ein mittelständisches Unternehmen aus der IT-Branche. Mit 20 Jahren Markterfahrung gehört man zu den ehrwürdigen Größen in der Branche. Die Wurzeln des Unternehmens kommen, wie so oft, aus dem Hardware-Fachhandel. Früh hat man jedoch die Chancen des Großhandels erkannt und schreibt heute mit der bundesweiten Distribution von Hardware zweistellige Millionenumsätze.

Auf Basis der langjährigen Produkterfahrung hat sich darüber hinaus ein zweites Standbein entwickelt. Mit dem Service und der Wartung von Hardware bietet man seit Jahren den Fachhändlern bzw. deren Kunden einen echten Value Added. Die umfassende Betreuung des über die Jahre gewachsenen Kundenbestandes führte letztlich dazu, dass heute etwa doppelt so viele Mitarbeiter im Bereich Service tätig sind als im ursprünglichen Kerngeschäft. Darüber hinaus sind hier eigene vertriebliche Aktivitäten entwickelt worden, die den Bereich zunehmend autark werden lassen.

Aber damit nicht genug. Beim Verkauf von Hardware oder Hardwaresystemen ist man zumeist mit komplexen Problemstellungen konfrontiert, bei denen die Hardware oft nur als ein Teilsegment des Lösungsansatzes verstanden wird. Hier hat sich das vorgestellte Unternehmen in den letzten Jahren zu einem kompetenten Consulting- und Engineeringpartner entwickelt, dessen Dienstleistungen längst den Status der „Akquisitionshilfe“ im Hardwarebereich verlassen haben.

Die drei genannten Bereiche wurden konsequent zu Geschäftsfeldern weiterentwickelt, denen heute je ein Geschäftsfeldverantwortlicher mit den notwendigen Kompetenzen vorsteht. (Fortsetzung siehe unten)

 

Ausgewählte M&A-Opportunities

Unternehmenskauf
Convenience-Produkte (Fleisch und vegetarisch)

Skandinavische Unternehmensgruppe der Lebensmittelindustrie sucht Hersteller in den Bereichen Fleisch-Convenience und vegetarischen Alternativen mit einem Mindestumsatz von 30 Mio. € in Europa zur Übernahme.
Projekt Nr. 175399


Fleischkomponenten für Großverbraucher

Britische sehr erfolgreiche Unternehmensgruppe sucht Manufaktur zur Herstellung von Fleischkomponenten (Schwein, Rind, Geflügel) für das Großverbrauchergeschäft zur Übernahme; attraktive Absatzkanäle sind Hotels, Systemgastronomie, Hersteller von Fertiggerichten; Großküchen etc.; Umsatz: mindestens 15 Mio. €; Länder: EU.
Projekt Nr. 171473


Feinkost

Bekannter deutscher Food-Markenhersteller sucht Expansionsmöglichkeiten im Bereich Feinkost; Ziel-Umsatzgröße: ab 5 Mio. €: Zielgebiet: DACH.
Projekt Nr. 56561


Pilze / Beeren

Führender europäischer Pilzverarbeiter sucht Akquisitions- und Kooperationsmöglichkeiten mit einem Mindestumsatz von 10 Mio. € im Bereich gefrorener Pilze, aber auch Beeren gesucht.
Projekt Nr. 172218


Tiefgekühlte Kräuter

Westeuropäischer Marktführer im Bereich von tiefgekühlten Kräutern sucht global nach Beteiligungsmöglichkeiten.
Projekt Nr. 171442


Heimtiernahrung

Hersteller von Heimtiernahrung und -bedarf ab 5 Mio. € Jahresumsatz im EU-Bereich von erfolgreichem Private Equity-Investor gesucht.
Projekt Nr. 175734


Netzwerke, Security und Infrastructure

Starker europäischer IT-Dienstleister sucht Übernahmemöglichkeiten im Beratungsumfeld von Netzwerken und IT-Security sowie IT-Infrastruktur-Betreuer mit einem Jahresumsatz von mehr als 10 Mio. €.
Projekt Nr. 172974

--> Unternehmensverkauf
 

Dauerthema: Firmennachfolge

Das Gesamtunternehmen wird nach wie vor vom Firmengründer geführt, der sich seit längerem mit dem Gedanken trägt, etwas kürzer zu treten und die „Früchte“ seiner langjährigen Arbeit zu ernten.

Hinsichtlich der Ausgestaltung des nahe liegenden Unternehmensverkaufs zeigt man sich bewusst offen. Von strategischen Allianzen mit Partnern aus der Branche bis hin zum Management-Buy-In werden alle Varianten in Betracht gezogen.

Keine Erfolgsstory: Erste M&A-Versuche

Die ersten Versuche hinsichtlich eines Unternehmensverkaufs wurden jedoch recht bald eingestellt. Für den Unternehmer ziemlich ernüchternd. Dabei ist die Gesellschaft am Markt gut positioniert und schreibt seit der Gründung nur Gewinne.

Eine erste Analyse des fehlgeschlagenen Veräußerungsversuches zeigte recht schnell, dass die Schwierigkeiten nichts mit den Leistungskennzahlen des Unternehmens zu tun hatten, sondern grundsätzlicher Natur waren.

Das erste Problem stellte sich bereits bei der Auswahl der potentiellen Kandidaten. „Wer hat überhaupt Interesse an einem Hardwarevertrieb mit integriertem Servicebereich und Systemhaus?“ Für die Interessenten aus dem Hardwarebereich war der Servicebereich eventuell noch von Interesse. Der eigentlich innovative Bereich für Softwareentwicklung und Consulting hingegen wurde beim genannten Interessentenkreis geringschätzig als Restrukturierungsrisiko betrachtet. Für Interessenten aus dem IT-Consulting stellten sich die Probleme natürlich sinngemäß in umgekehrter Form.

Weiterhin wurden die vorgelegten Zahlen prinzipiell in Frage gestellt. Da alle Bereiche in einer juristischen Einheit geführt werden, wurde den Bereichsergebnissen sehr viel kostenrechnerische Phantasie unterstellt. Wer kennt nicht die Kreativität der Ergebnisverantwortlichen bei der Umlage von administrativen Kosten?

Ein Problem am Rande stellte die Verflechtung der Zuständigkeiten im Unternehmen dar. Wie in gewachsenen Strukturen so üblich, hatte sich über die Jahre hinweg so manche Kuriosität in die Organisation eingeschlichen. (Fortsetzung siehe unten)

 

Ausgewählte M&A-Opportunities

Unternehmensverkauf
Gemüse, Fertiggerichte, Krautwickel, Smoothies
(TK-Ware)

Deutscher Nahrungsmittelhersteller will im Rahmen eines Asset Deals seine Tiefkühlproduktion abgeben; Umsatz: ca. 40 Mio. €.
Projekt Nr. 171225


Obst- und Gemüsekonserven

Führender chilenischer Konservenhersteller mit einem Umsatz von 80 Mio. € sucht Übernehmer; gute Performance; Umsatzwachstum ca. 10 % p. a.; Marktanteil über 20 %; hoher Bekanntheitsgrad der Marke.
Projekt Nr. 175736


Manufaktur für bayerische Spezialitäten

Qualitätsführer für Schmankerln (z. B. Germknödel, Puffer, Brottöpferl, Frittaten usw.) mit Standort in Südbayern sucht Nachfolger; Umsatz: ca. 10 Mio. €; nachhaltiges Wachstum; sehr gute Ertragslage.
Projekt Nr. 65073


Austernpilze

Kleiner Hersteller von hochwertigen Austernpilze (Bio-Qualität) mit Sitz in Deutschland sucht Übernehmer; der Marktanteil in der Nische liegt bei 60 %; 20 Mitarbeiter.
Projekt Nr. 171890

--> Unternehmenskauf
 

Die Lösung liegt auf der Hand ...

Gemeinsam mit unserer Schwestergesellschaft JP Jäger & Partner Corporate Finance Advisors wurde ein Konzept entwickelt, das im Wesentlichen 3 Kernziele zum Inhalt hatte:

  • Schaffung höchstmöglicher Flexibilität und Attraktivität für Unternehmenstransaktionen und Allianzen

  • Prozessoptimierung – Entflechtung der Zuständigkeiten

  • Kostentransparenz


  • Zur Verwirklichung dieser Ziele war die Umsetzung nachfolgend aufgeführter Maßnahmen notwendig:

  • Ausgliederung der drei operativen Geschäftsfelder in eigenständige Gesellschaften

  • Zusätzliche Ausgliederung der zentralen Dienste in ein separates Dienstleistungsunternehmen

  • Umwandlung der bisherigen GmbH in eine Vermögens- und Immobilienverwaltungsgesellschaft


  • Vorteile und Chancen der neuen Firmenstruktur

    Flexibilität bei Unternehmenstransaktionen

    Durch die Ausgliederung der operativen Geschäftsfelder in Einzelgesellschaften ist man nun in höchstem Maße flexibel bei der Veräußerung einzelner Unternehmensteile. Die potentiellen Erwerber übernehmen letztlich nur das, was auch tatsächlich „Objekt der Begierde“ ist. Durch das geringere Restrukturierungsrisiko ist darüber hinaus ein höherer Transaktionspreis realisierbar. Daneben sind durch die Umstrukturierung zusätzliche Handlungsalternativen entstanden, die aufgrund des relativ hohen Transaktionsvolumens zuvor nicht möglich gewesen wären. Dies betrifft etwa die hinzugewonnene Alternative eines Management–Buy-Outs.

    Zentrale Dienste im Wettbewerb

    Die zentralen Dienste werden, wie bereits erwähnt, in eine separate Gesellschaft überführt. Die sonst so ungeliebte Verwaltung (Rechnungswesen, IT, etc.) sieht sich auf einmal in einer Lieferantenposition und muss für die „neuen - alten“ Kunden attraktiv und wettbewerbsfähig sein. Die Kosten für die Unternehmensgruppe sollen durch eine Erweiterung der Kundenbasis der ausgegliederten Gesellschaft als kaufmännischer Dienstleistungsanbieter für fremde Dritte nachhaltig gesenkt werden.

    Kostentransparenz durch echte Fakturierung

    Die Inanspruchnahme von Leistungen zwischen den Einzelgesellschaften erfolgt künftig zu marktüblichen Konditionen und wird entsprechend fakturiert. Das einzelne Unternehmen verfügt somit über die größtmögliche Kostentransparenz und Vergleichbarkeit.

    Unternehmertum als Motor für Prozessoptimierung

    Bereits in der Projektphase stellte sich bei den Verantwortlichen der ausgegliederten Gesellschaften ein bisher nicht gekanntes Kostenbewusstsein ein, das letztlich auch die Entflechtung der Strukturen und Zuständigkeiten begünstigte. Das bewusste Hinterfragen einzelner Kostenelemente führte zur Freisetzung erheblicher Einsparungspotentiale.

    Neue Chancen für das Management

    Die bisherigen Geschäftsfeldverantwortlichen werden im vorliegenden Fall zum Geschäftsführer berufen. Mit einigen wurden bereits Gespräche über eine finanzielle Beteiligung an den ausgegliederten Gesellschaften geführt. In der neuen Funktion übernehmen die neuberufenen Geschäftsführer Aufgaben und Verantwortung des bisherigen Geschäftsführers. Dieser hat nun als Geschäftsführer der Holding zwar keine operativen Funktionen mehr, steht jedoch als interner Consultant zur Verfügung. Die Frage eines potentiellen Erwerbers, „ob es denn auch ohne den bisherigen Chef geht“, ist somit bereits im Vorfeld weitgehend ausgeräumt.

    Zwischenbilanz einer Erfolgsstory

    Schon heute sind sich alle Beteiligten einig, dass der eingeschlagene Weg, unabhängig von dem geplanten Unternehmensverkauf, enorme Potentiale freigesetzt hat.
    Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, dass die erfolgreiche Realisation einer Spin-Off-Lösung im Unternehmen temporär erhebliche Kapazitäten bindet und ein Höchstmaß an Organisation abverlangt. Oftmals sind es Kleinigkeiten, die ohne professionellen Support ein derartiges Projekt verzögern oder schlimmstenfalls zum Scheitern bringen.

    Das JP-Team verfügt über die notwendige praktische Erfahrung in der Planung und Realisation von Unternehmenskonzeptionen und sorgt gern dafür, dass Sie Ihr Unternehmen jederzeit kaufen würden.

    Autor: HJK


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